Im Betonkanu über den Neckar

Ende Juni fand auf dem Neckar in Heilbronn, Deutschland, die 17. Deutsche Betonkanuregatta mit Master Builders Solutions® als Sponsor statt. Mit dabei was das Team der Technischen Universität München. Projektleiterin Mareike Thiedeitz, Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Ingenieurfakultät Bau, Geo, Umwelt und Elena Woydich, Studentin des Bauingenieurwesens im 3. Mastersemester, erzählen, wie die Regatta gelaufen ist.

Betonkanuregatta 2019

Wie habt Ihr die Betonkanuregatta erlebt?

Mareike Thiedeitz: Es hat unglaublich viel Spaß gemacht. Wir haben unsere Kanus zwei Tage vor der Regatta fertiggestellt, unsere Jungfernfahrt war dann in Heilbronn. Unsere Kanunamen waren Programm: Unsinkbar II und Unsinkbar III haben die drei Tage super überstanden!

Elena Woydich: Das Rennen war großartig. Wir sind mit zwei Männerteams und einem Frauenteam gestartet. Toll war, dass die Regattastrecke innerhalb von Heilbronn lag. So kamen viele Zuschauer, die uns Kanuten kräftig angefeuert haben. Zudem war das gesamte Wochenende „Kaiserwetter“, sodass die eine oder andere Abkühlung im Fluss zwischen den Rennen sehr willkommen war.

Wie habt ihr das Kanu gebaut?

Mareike Thiedeitz: Die typische Variante, eine Schalung aus Holz zu bauen, ist recht aufwendig und vor allem zeitintensiv. Zudem sind wir keine "Zimmermänner/frauen". Daher haben wir die Betonmischung auf das Originalkanu gespachtelt. Gespachtelt wurde in zwei Lagen mit einer Glasfasermatte als Bewehrung zwischen den Lagen. Außerdem haben wir aus Spritzschutzgründen sowohl die Unter- als auch die Oberseite des Kanus genutzt.

Wie haben Euch die Experten von Master Builders Solutions unterstützt?

Mareike Thiedeitz: Dankenswerterweise haben sie uns viele der eher unkonventionellen Betonzusatzmittel zur Verfügung gestellt. Unser Fließmittel beispielsweise ist aus der MasterGlenium-Reihe von Master Builders Solutions. Es hat die Verarbeitbarkeit des Betons verbessert und ein leichteres Spachteln ermöglicht. Da wir aufgrund des zu erfüllenden Auftriebsnachweises nicht zu viel Gewicht haben durften, mussten wir den Beton sehr dünn aufbringen. Das Fließmittel MasterGlenium hilft bei geringen Dosierungen eine gezielte Konsistenz einzustellen, sodass wir den Beton nach unseren Ansprüchen verarbeiten konnten. Da wir an unserem Institut allgemein recht viel mit Zusatzmitteln aus der MasterGlenium-Reihe arbeiten – der BASF-Standort in Trostberg ist ja nicht weit entfernt – können wir meist relativ gezielt sagen, welche Zusatzmittel wir benötigen. Dabei stehen uns die Experten von Master Builders Solutions immer mit Rat und Tat zur Seite.


Welche Projektphase war besonders intensiv?

Elena Woydich: Die Betonage empfand ich als besonders intensiv. Obwohl der Beton eine verhältnismäßig lange Verarbeitungszeit hatte, musste ein fehlerfreier Ablauf erfolgen. Die Mischungen herzustellen, während der Rest des Teams in der Zwischenzeit den Beton aufspachtelt, erfordert routinierte Handgriffe und ein gutes Timing.

Was würdet Ihr beim nächsten Mal anders machen?

Mareike Thiedeitz: Ich wäre begeistert, unkonventionelle Baumethoden auszuprobieren und ein Kanu etwas abseits der Norm zu bauen, beispielsweise aus Recyclingbaustoffen. Auch das 3D-Druck-Verfahren ist sowohl ausführungs- als auch betontechnologisch sehr interessant.

Betonkanuregatta 2019

Welche Erfahrungen nehmt Ihr aus dem Projekt mit?

Elena Woydich: Ich konnte meine fachlichen Kenntnisse im Bereich Werkstoffe ausbauen, habe Kontakt zu einigen Unternehmen wie BASF geknüpft und mich mit neuen Produkten wie dem Fließmittel MasterEase beschäftigt, das mich aufgrund seiner Wirkung auf die rheologischen Eigenschaften des Betons und der Reduzierung der Viskosität beeindruckt hat. Dies war für mich persönlich kurz vor dem Abschluss meines Masters sehr interessant.

Mareike Thiedeitz: Ich habe viel in Bezug auf Projektsteuerung und insbesondere Projektarbeit mit Studierenden gelernt. Außerdem ist der Austausch mit anderen Universitäten in dem Projekt ein riesiger Bonus. Man nimmt nicht nur neue Ideen mit, sondern erfährt auch, wie andere Universitäten Beton verarbeiten und welche Erfahrungen sie mit der Herstellung haben. 

Welches Boot hat euch besonders imponiert?

Mareike Thiedeitz: Die ETH Zürich hat zwei hochinteressante Konstruktionstechniken vorgestellt. Mein persönlicher Liebling waren allerdings Ernie und Bert der TH Darmstadt.

Elena Woydich: Mir hat die Uni Hannover in der freien Klasse imponiert. Das Team hat ein fahrbares Trockendock gebaut. Dies bestand aus drei aneinandergereihten Kanus, wobei das mittige Kanu durch eine Kurbel ins Wasser abgesenkt werden konnte. Der Teamgeist und die besonders zeitintensive Konstruktion haben mich beeindruckt.

Was passiert nun mit Eurem Boot?

Mareike Thiedeitz: Eins der Boote werden wir als Blumenbeet vor unserem Institut ausstellen. Mit dem zweiten Boot starten Elena und ich nun die Trainingsphase – die nächste Betonkanuregatta kann kommen!

 Betonkanuregatta 2019